Schönes Leben, oder?

Schönes Leben, oder?

Manchmal bekommst du eine Nachricht.
Nur einen Satz.
„Wir lassen es, okay.“

Und eigentlich – eigentlich müsste ich ja sofort aufspringen.
Nachfragen. Kämpfen. Diskutieren.
Weil das doch Familie ist.
Weil da doch so viel war.
Oder?

Aber dann gehe ich mal kurz durch mein Leben.
Und mir fällt auf:
Ich war immer da.
Immer „on call“, wie bei Grey’s Anatomy.
Keine Insta-Pause, kein Busy-Status.
Einfach da.

Bei jedem Umzug.
Bei jeder Träne.
Bei jedem neuen „Er ist diesmal wirklich der Richtige!“ – live, ungefiltert und ohne TikTok-Filter.

Und sie?
Sie hat eingeladen – nicht, weil es um mich ging.
Nicht, weil sie teilen wollte.
Nur, weil sie zeigen wollte, was sie gemacht hat.
Eine perfekte Bühne, ein perfektes Licht.
#lookatme
C’est la vie, nicht wahr?

Es ging nie darum, was ich brauche.
Nur darum, was sie braucht.
Wann sie es braucht.
Und wie sie es braucht.
Nur darum, dass ich klatsche.

Und dann vergesse ich eine Antwort.
Eine einzige.
Nach einem Jahr, das mich mehr zerlegt hat als jedes halbherzige Selfcare-Zitat auf Pinterest.

Und was passiert?
Sie rastet aus.
Vergisst alles, was war.
Was ich war.

Weil Menschen, die sich immer nur um sich selbst drehen, irgendwann nicht mal mehr merken, wenn alle anderen längst ausgestiegen sind.

Wie Edith Piaf schon sang: Non, je ne regrette rien.
Und diesmal wirklich: Ich nicht.

Manchmal entschuldige ich mich sogar für Dinge, die klar waren.
Nur um Frieden zu halten.
Nur um sie zu halten.
Happy Sylvester, right?
(Auch wenn klar war, was ich gesagt habe – aber Klarheit hat nie Klicks gebracht.)

Aber ich kann nicht ewig gegen verschlossene Türen reden
und hoffen, dass sie sich irgendwann in ein Chanel-Schaufenster verwandeln.

Also ja.
Ich habe „Schönes Leben“ geschrieben.
Und ich meinte es auch so.

Schönes Leben.
Mit allem Drama, das man sich selbst inszeniert.
Mit allem, was glänzt, aber nie echt war.
Mit all den leeren Räumen, die man sich selbst schönredet.

Vielleicht – irgendwann – knallt es ja doch mal gegen den eigenen Hinterkopf.
Vielleicht merkt sie dann, was Freundschaft bedeutet.
Was Familie bedeutet.
Und vielleicht – ganz vielleicht – kann sie sich dann auch mal entschuldigen.
Ansonsten: Viel Spaß dabei, sich weiter Entschuldigungen zu sammeln wie Likes unter einem traurigen Reel.
Aber echt wird es davon nicht.

Nachgelaufen?
LOL. Right.
Never did.
Never could.
Nicht mal in Paris.
#byebye